Warum Männer früher ans Herz denken sollten – und was das für Sie bedeutet

Mann hhält Kunsterzmodell vor der Brust

Stimmt das wirklich? Ja, leider schon. Männer bekommen Herzkrankheiten im Schnitt etwa 7 bis 10 Jahre früher als Frauen. Wer denkt, er müsse erst mit 60 ans Herz denken, liegt falsch. Die entscheidende Phase beginnt oft schon ab Mitte 30. Aber warum ist das so? Und vor allem: Was können Sie dagegen tun?

Die entscheidende Phase: Ab 35 wird es ernst
Bis zum 35. Lebensjahr sind Männer und Frauen vom Risiko her noch auf Augenhöhe. Danach macht das männliche Herz einen Sprung nach vorne – leider im negativen Sinne. Die Risikokurve steigt bei Männern ab diesem Alter deutlich steiler an. Konkret heißt das: Während bei Männern ein erhöhtes Risiko für einen ersten Herzinfarkt oft schon um die 50 herum besteht, sind Frauen meist erst mit Ende 50 betroffen.

Woran liegt das?
Die Antwort ist nicht ganz einfach. Klar ist: Ein ungesunder Lebensstil spielt eine große Rolle. Männer rauchen häufiger, haben öfter starkes Übergewicht und achten weniger auf ihre Werte. Aber das allein erklärt es nicht. Die Forschung vermutet, dass auch biologische Faktoren eine Rolle spielen, die wir noch nicht ganz verstehen. Bei den Frauen übernehmen die weiblichen Hormone (Östrogene) über viele Jahre eine Art Schutzfunktion für Herz und Gefäße. Nach den Wechseljahren fällt dieser Schutz weg – und die Frauen holen beim Risiko schnell auf.

Was heißt das für Sie als Mann?
Die wichtigste Botschaft ist: Früher vorsorgen. Warten Sie nicht auf Symptome. Wer mit 45 plötz feststellt, dass er schnell aus der Puste kommt oder ein Druckgefühl in der Brust hat, hat vielleicht schon wertvolle Zeit verloren. Vereinbaren Sie lieber einen Termin zur Vorsorge, wenn Sie sich fragen: “Wie fit ist mein Herz eigentlich?”

Ihr Weg zu mehr Klarheit
In meiner Privatpraxis in Garmisch-Partenkirchen und Murnau nehme ich mir Zeit für Sie. Wir checken nicht nur Blutdruck und Blutfette, sondern sprechen über Ihre Lebensgewohnheiten, Ihre Familie und Ihre persönlichen Risiken. Denn Vorsorge ist mehr als nur ein Laborwert – sie ist der Schlüssel, um lange gesund und leistungsfähig zu bleiben.

Vereinbaren Sie einfach einen Termin – telefonisch oder online. Ich freue mich, Sie kennenzulernen.

Quellen und wissenschaftliche Grundlagen

  1. CARDIA-Studie (Coronary Artery Risk Development in Young Adults)
    Die wichtigste Grundlage für die Aussagen zum früheren Erkrankungsrisiko bei Männern ist die CARDIA-Langzeitstudie, eine prospektive US-Studie, die 1985–1986 mit jungen Erwachsenen (18–30 Jahre) startete und die Teilnehmer über 34 Jahre bis August 2020 begleitete .

Wichtigste Ergebnisse der Studie:

Männer erreichen ein 5%-Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen durchschnittlich 7 Jahre früher als Frauen (50,5 vs. 57,5 Jahre)

Bei der koronaren Herzkrankheit (KHK) beträgt der Unterschied sogar etwa 10 Jahre

Bis zum 35. Lebensjahr ist das Risiko bei Männern und Frauen noch ähnlich, danach steigt es bei Männern deutlich schneller an

Die Ergebnisse wurden im Journal of the American Heart Association (2026; DOI: 10.1161/JAHA.125.044922) veröffentlicht

  1. Fachliche Einordnung durch Experten
    Prof. Holger Thiele (Universitätsklinik für Kardiologie, Herzzentrum Leipzig) erklärt im Fachportal herzmedizin.de:

Männer haben ein größeres Risikoprofil (mehr Raucher, stärkeres Übergewicht)

Frauen sind durch Östrogene bis zu den Wechseljahren geschützt und “holen nach der Menopause auf”

Prof. Heribert Schunkert (Deutsche Herzstiftung / TUM Klinikum Deutsches Herzzentrum München) betont zum Weltherztag 2025:

Die “Big Five” Risikofaktoren (Bluthochdruck, hohes LDL-Cholesterin, Übergewicht, Diabetes, Rauchen) sind entscheidend

Er empfiehlt: “bereits mit 35 Jahren Cholesterin, Blutzucker und Blutdruck checken lassen”

  1. Weitere wichtige Erkenntnisse
    Die Deutsche Herzstiftung dokumentiert im aktuellen Herzbericht:

2023 wurden 57,8% der wegen Herzkrankheiten hospitalisierten Patienten als Männer behandelt (Frauen: 42,2%)

Das Ärzteblatt berichtet, dass der Geschlechterunterschied bei Herzkrankheiten “weiterhin besteht” und nicht allein durch klassische Risikofaktoren erklärbar ist .

Die aponet (Informationsportal der Apotheker) fasst zusammen, dass die Studienergebnisse “die Bedeutung von Risikoüberprüfung und Präventionsstrategien im jungen Erwachsenenalter betonen” .

Diese Quellen stammen von:

Universitätskliniken (Leipzig, Köln, MedUni Wien)

Fachgesellschaften (Deutsche Herzstiftung, DGK)

Wissenschaftlichen Fachverlagen (Ärzteblatt, Journal of the American Heart Association)

Qualitätsgesicherten Medizinportalen (herzmedizin.de)

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